Christoph Winter M.A.

Telefon: +49 431 880-2535
c.winter@isfas.uni-kiel.de

Leibnizstraße 8, R.320

Lebenslauf

 

  • 1989 In Niebüll (Nordfriesland) geboren
  • 2009 Abitur an der Friedrich-Paulsen-Schule in Niebüll
  • 2009-2010 Zivildienst
  • 2010-2016 Studium der Fächer Friesische Philologie und Skandinavistik an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
    • 2011-2013 Studentische Hilfskraft an der Nordfriesischen Wörterbuchstelle
    • 2013 Tutor für "Tutorium begleitend zur Einführung in die synchrone Sprachwissenschaft für Skandinavisten"
    • 2013-2015 Wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl für skandinavistische Mediävistik
  • 2015-2016 Mitarbeiter im Bürodienst am ISFAS
  • Seit Februar 2016 Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Fachrichtung Frisistik am ISFAS
  • September 2016 Master of Arts
  • Oktober 2016 Beginn der Promotion

 

Tätigkeiten

  • 2016: Beiratsmitglied im Verein Nordfriesisches Institut e.V.

 

Forschungsinteressen

 

  • Raumlinguistik
  • Nordfriesisch-jütischer Sprachkontakt       
  • Nordfriesische Dialektologie
  • Phonologie (Nordfriesisch, Südjütisch)
  • Sprachdokumentation (Recherche, Feldforschung)
  • Nordfriesische Literatur
  • Nordfriesische Geschichte und Kultur
  • Genealogie (Schwerpunkte: Nordfriesland, Süddänemark, das Monrad-Geschlecht vor 1623)

 

Projekte


Dissertationsprojekt: Raumreferenz im Nordfriesischen (Arbeitstitel)

Einige kleinere wissenschaftliche Untersuchungen (vgl. Ebert 1980; Winter 2015) und verstreute Hinweise aus der (älteren) nordfriesischen Sach- und Reiseliteratur (vgl. u. a. Kohl 1846; Volquardsen 1959/1960) deuten darauf hin, dass das Nordfriesische eine Reihe von sprachlichen Besonderheiten im Bereich der Raumreferenz aufweist bzw. aufwies. Zu nennen sind hier unter anderem ein spezielles System von Orts- und Richtungsangaben im Bereich des Hauses, einige auffällige Gebrauchskontexte für die Himmelsrichtungsbegriffe oder der Bezug auf die geografischen Höhenunterschiede zwischen Geest und Marsch bei der Angabe von Orten und Bewegungsrichtungen. Das Ziel des Dissertationsprojektes ist die umfassende Beschreibung verschiedener Strategien, derer sich die Nordfriesen bedienten, um Objekte sprachlich zu lokalisieren. Unter Einbezug historischer, kultureller und sprachsozialer Faktoren wird der Untersuchungsschwerpunkt dabei insbesondere auf der Rolle des absoluten Referenzrahmens im Nordfriesischen liegen.

  • Ebert, Karen Heide. 1980. "Orts- und Richtungsangaben im Fering". In: Niels Danielsen et al. (Hg.): Friserstudier. 4 foredrag holdt ved Friserdagen i Odense 7. maj 1979. Odense: Odense Universitetsforlag. S. 56 - 75.
  • Kohl, Johann Georg. 1846. Die Marschen und Inseln der Herzogthümer Schleswig und Holstein. Nebst vergleichenden Bemerkungen über die Küstenländer, die zwischen Belgien und Jütland liegen, 3 Bände. Dresden (u. a.): Arnoldische Buchhandlung. [Unveränderter Neudruck: 1973. Walluf bei Wiesbaden: Sändig].
  • Volquardsen, Johan Redlef. 1959/1960. "Beiträge zur Geschichte der Wiedingharde". In: Jahrbuch des Nordfriesischen Instituts 6. S. 140 - 151.
  • Winter, Christoph. 2015. "Diar wiar Höghan aröön an Höghan afuurd - Nordfriesische Orts- und Richtungsangaben aus dem Umfeld des Hauses". In: Us Wurk 64, 3-4. S. 90 - 134.

 

 

Bibliographierung älterer Forschungsliteratur mit Relevanz für die Frisistik und Nordfriesland

Gerade in den Periodika des 19. und des frühen 20. Jahrhunderts finden sich oftmals kleinere Beiträge oder auch in umfangreichere Abhandlungen eingebettete Kommentare zur nordfriesischen Kultur, Geschichte und Sprache, die für die Nordfrieslandforschung - insbesondere auch für die Wortkunde - von Bedeutung sind. Hier zwei Beispiele von Christian Jensen:

"In den Geestdörfern des Amtes Husum trägt die zum 'Sargleggen' einladende Frau einen frischen Baumzweig (Tellig), gewöhnlich einen Weidenzweig, in der Hand." (Jensen 1862)

"In den Gegenden am Risumer Moor (Nordfriesland) löset man die Flomen in einem Stück aus dem geschlachteten Schwein heraus, wobei man sich in Acht nimmt, das die Fettmasse umgebende Häutchen zu verletzen. Dann wird die ganze Masse um und um mit Salz bestreut und bleibt einige Tage liegen, bis sie von der Lake durchzogen ist. Sobald das geschehen, wird sie herausgenommen, die Enden werden zusammengebunden und das Ganze wird in den Wiem gehängt. Das ist der Isterpös, von welchem man dann im Laufe des Jahres nach Bedarf Stücke abschneidet, immer vom obern Ende, damit die Beutelform möglichst lange bewahrt werde. Wenn der Isterpös um Johanni noch eine ansehnliche Größe hat, sagt man von der Hausfrau, sie verstehe das Sparen und gute Haushalten aus dem Fundament." (Jensen 1863)

Das Ziel des Projektes ist die Bibliographierung und Verschlagwortung dieser Beiträge und Erwähnungen.

  • Jensen, Christian. 1862. "Beerdigung". In: Jahrbücher für die Landeskunde der Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg 5. S. 88.
  • Jensen, Christian. 1863. "Der Isterpös". In: Jahrbücher für die Landeskunde der Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg 6. S. 400.

 

Veröffentlichungen

 

i. Dr.

  • Winter, Christoph. 2017. "En glemt kilde fra Sydslesvig. Det jyske sprogmateriale i Moritz Momme Nissens Nordfrisisches Wörterbuch". In: Ord & Sag 37, S. 28 - 40.

 

i. Vorb.

  • Winter, Christoph. 2017. "Stolt an süverlick. Zur Klassifizierung der altföhringer Ballade als christlich-moralisierendes Legendenlied" [Arbeitstitel]. In: Die nordische Ballade als religiöser Resonanzraum. Literatur-, religions- und sprachwissenschaftliche Perspektiven (Münchner Nordistische Studien).
  • Winter, Christoph. 2017. "Ein helgoländischer Freundschaftsvers von Hans Frank Heikens". [Dem Helgoländer angeboten.]
  • Höder, Steffen & Christoph Winter. [2017.] "Deutsches im Südjütischen, Südjütisch im deutschen Dialektatlas. Zur Plausibilität der südjütischen Wenker-Materialien" [Arbeitstitel]. In: Jürg Fleischer, Alfred Lameli, Christiane Schiller, Luka Szucsich (Hgg.): Minderheitensprachen und Sprachminderheiten. Deutsch und seine Kontaktsprachen in der Dokumentation der Wenker-Materialien [Arbeitstitel] (Deutsche Dialektgeographie). Hildesheim (u. a.): Olms.
  • Winter, Christoph. [2019.] "Der älteste Zeuge der altföhringer Ballade. Eine wiederentdeckte Variante aus dem Nachlass der Brüder Grimm". [Dem Nordfriesischen Jahrbuch angeboten.]

 

2017

  • Winter, Christoph. 2017. "Sylterfriesische Verse in einer dänischen Gedichtsammlung von Frederik Hammerich aus dem Jahre 1848". In: Nordfriesisches Jahrbuch 52. S. 75 - 80.
  • Winter, Christoph. 2017. Preußischer Maat und nordfriesischer Patriot. Der Dichter Johannes Hansen (1854-1877) aus Fehsholm (Estrikken = Ålstråke 106). Kiel (u. a.): Abteilung für Frisistik / Nordfriesische Wörterbuchstelle, Christian-Albrechts-Universität (u. a.). [160 Seiten]

 

2015

  • Winter, Christoph. 2015. "Diar wiar Höghan aröön an Höghan afuurd - Nordfriesische Orts- und Richtungsangaben aus dem Umfeld des Hauses". In: Us Wurk 64, 3-4. S. 90 - 134.
  • Winter, Christoph. 2015. "Lenisierung im Nordfriesischen". In: Philologia Frisica Anno 2014. Lêzingen fan it tweintichste Frysk Filologekongres fan de Fryske Akademy op 10, 11 en 12 desimber 2014. Ljouwert: Fryske Akademy. S. 266 - 302.
    • [Rezensiert in: Janssen, Riemer. 2016. "Philologia Frisica anno 2014. Lêzingen [...]". In: Us Wurk 65, 3-4. S. 194 - 198.]
  • Winter, Christoph. 2015. [Rezension von:] "Antje Arfsten, Thomas Steensen & Wendy Vanselow. 2013. Die Friesen verstehen. Das kleine Handbuch für Nordfriesland. Hamburg: Ellen Richter". In: Nordfriesisches Jahrbuch 50. S. 189.
  • Winter, Christoph. 2015. [Rezension von:] "Thomas Steensen. 2014. Kleines Husum-ABC. Husum: Husum Druck- und Verlagsgesellschaft". In: Nordfriesisches Jahrbuch 50. S. 215 - 216.

 

2014

  • Winter, Christoph. 2014. [Zeitungsartikel] "Jörgen Jensen Hahn as mat bundesfertiinstkrüs üttiikend wörden". In: Nordfriesland Tageblatt (24.09.2014). S. 9.

 

Vorträge

 

 

Lehrtätigkeit


Sommersemester 2013

  • Tutorium: "Tutorium begleitend zur Einführung in die synchrone Sprachwissenschaft für Skandinavisten" (Kurs A; 2 SWS)


Sommersemester 2016

  • Übung: "Lektüreübung" (2 SWS)


Wintersemester 2016/2017

  • Übung: "Lektüreübung" (2 SWS)
  • Proseminar: "Einführung in das Nordfriesische" (2 SWS; zusammen mit Jarich Hoekstra)
  • Thematisches Seminar: "Raumreferenz im Nordfriesischen" (2 SWS)