Dissertationsprojekt

Phonological schematicity in Interscandinavian comprehension (Arbeitstitel)

Während die festlandskandinavischen Sprachen Dänisch, Norwegisch und Schwedisch in geschriebener Form große lexikalische Gemeinsamkeiten aufweisen, wird das Erkennen dieser Ähnlichkeiten in der mündlichen Kommunikation durch Ausspracheunterschiede teils deutlich erschwert. Dennoch gelingt es Skandinaviern häufig, sich selbst über große lautliche Unterschiede hinweg zu verstehen, ohne ihre jeweiligen Nachbarsprachen gezielt gelernt zu haben. Dabei bauen die Sprecher in interskandinavischen Kommunikationssituationen sukzessive ihr rezeptives Wissen aus. Während ohne Vorkenntnisse zunächst nur ein Dekodieren auf Grundlage der Ähnlichkeiten zur eigenen Sprache möglich ist, wird angenommen, dass die Sprecher mit der Zeit neben ganzen Wörtern auch schematischere Wissenseinheiten etwa zu lautlichen Korrespondenzen erlernen, die sie im Weiteren auf unbekannten Input anwenden können. Das Projekt geht der Frage nach, wie genau sich die Dekodierungsstrategien der Sprecher durch zunehmendes rezeptives Wissen tatsächlich wandeln. Um diesen Wandel untersuchen zu können, soll in psycholinguistischen Experimenten bei Probanden in einem interskandinavischen Setting rezeptiver Wissensaufbau induziert werden. Ziel des Projektes ist dabei die Entwicklung eines Modells zum interskandinavischen Dekodieren, das neben den Ergebnissen der Experimente auch auf aktuellen Erkenntnissen zu Perzeption und Verarbeitung aus der kognitiven Linguistik und Konstruktionsgrammatik aufbaut.