Ringvorlesung: Grönland im Fokus

1721 erfuhr der norwegisch-dänische Pfarrer Hans Egede von der Existenz Grönlands und beschloss – mit Bewilligung Frederiks IV. und unter Berücksichtigung dessen machtpolitischer Bestrebungen – das Land zu bereisen. Die Ankunft Egedes markiert den Beginn der Missionierung und Kolonialisierung Grönlands durch Dänemark – und damit den Beginn jedweder Beziehungen zwischen dem neuzeitlichen Grönland und Skandinavien. Die diesjährige interdisziplinäre Ringvorlesung des ISFAS blickt auf diese 300-jährigen Beziehungen unter Berücksichtigung sprachwissenschaftlicher und sprachhistorischer Perspektiven, mithilfe postkolonialer und imagologischer Zugänge und unter Bezugnahme auf geopolitische und ökologische Fragestellungen. Es liest zudem der dänisch-norwegische Autor Kim Leine, in dessen literarischem Werk Grönland eine zentrale Rolle spielt.

Die Vorträge finden donnerstags von 18.15-19.45 unter Berücksichtigung der Corona-Hochschulenverordnung in CAP 3 - Hörsaal 2 statt und werden ebenfalls digital via Zoom übertragen. Für die Teilnahme in Präsenz ist ein 2G-Nachweis erforderlich.

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Ringvorlesung im Sommersemester 2021: "Präskriptionen in der Sprache: Zwischen Normen und Vorurteilen"

Viele SprecherInnen haben eine sehr klare Meinung davon, was sprachlich „richtig“ und was „falsch“ ist – oder erwarten zumindest ein klares Urteil von der Schule, von Wörterbüchern und Grammatiken oder von SprachwissenschaftlerInnen. Allerdings ist die Frage nach der sprachlichen Korrektheit durchaus nicht immer eindeutig zu beantworten. Oft gibt es mehrere Möglichkeiten, etwas auszudrücken, ohne dass eine Variante objektiv besser wäre als eine andere. Oft klaffen auch tatsächlicher Sprachgebrauch und Traditionen sprachlicher Vorgaben schon seit Jahrhunderten weit auseinander, und viele sprachliche Präskriptionen beruhen auf Vorurteilen: einseitigen, veralteten oder auch einfach falschen Ideen davon, wie sprachliche Kommunikation funktioniert und wie Sprachen sich verändern. Vorurteile über die Art, wie Menschen sprechen, können zudem zu weitreichenden sozialen Abwertungen führen, soziale Unterschiede zementieren und legitimieren.
Auf der anderen Seite kann man durchaus gute Argumente für manche sprachlichen Normen finden: Sie sorgen für Einheitlichkeit im Sprachgebrauch (etwa bei starken Dialektunterschieden), verringern sprachliche Barrieren (etwa bei Einfacher Sprache), schaffen transparente Bewertungsmaßstäbe (etwa in der Schule) oder sorgen für weniger Diskriminierung (z.B. gendergerechte Sprache).
In der Ringvorlesung werden unterschiedliche Perspektiven auf Präskriptionen in der Sprache diskutiert, mit Blick auf Deutsch und viele andere Sprachen. Die einzelnen Vortragstermine und Anmeldungsinformationen finden Sie im zugehörigen Programmheft.